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Google Core Update März 2026: was jetzt zu prüfen ist

14. April 2026 · Virtual Marketer Team

Das März-Core-Update von Google ist abgeschlossen. Laut dem Google Search Status Dashboard begann der Rollout am 27. März 2026 und lief rund zwölf Tage, bis Anfang April. Wenige Tage davor, am 24. und 25. März 2026, hatte Google zusätzlich ein Spam-Update ausgerollt. Wer Ranking-Veränderungen beobachtet, sollte deshalb zuerst klären, welches der beiden Ereignisse zeitlich zur eigenen Veränderung passt – die Konsequenzen sind völlig unterschiedlich.

Die wichtigste Regel vorweg: Vor Abschluss eines Rollouts lohnt keine Analyse. Während der Ausrollphase schwanken Positionen, weil die Änderung nicht überall gleichzeitig wirkt. Wer mitten im Rollout Seiten umschreibt, misst anschließend die Summe zweier Effekte und kann keinen davon zuordnen.

Core-Update oder Spam-Update – wie unterscheide ich das?

Die beiden Update-Typen verlangen unterschiedliche Reaktionen, deshalb ist die Zuordnung der erste Schritt.

Core-UpdateSpam-Update
Was sich ändertallgemeine Bewertung von Relevanz und QualitätDurchsetzung gegen Verstöße gegen die Spam-Richtlinien
Typisches Musterbreite Verschiebung über viele Seiten, oft themenweiseabrupter, starker Einbruch einzelner Seiten oder ganzer Angebote
Richtige ReaktionInhalte und Nutzen prüfen, dann geduldig verbessernkonkrete Verstöße identifizieren und beseitigen
Erholungmeist erst mit einem späteren Updatenach Behebung und erneuter Bewertung

Der Zeitstempel entscheidet. Ein Einbruch, der am 24. oder 25. März begann, gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Spam-Update; eine Veränderung, die ab dem 27. März schrittweise einsetzte und sich über Tage aufbaute, passt zum Core-Update.

Was ein Core-Update nicht ist

Ein Core-Update ist keine Strafe. Google beschreibt diese Aktualisierungen ausdrücklich als Verbesserung der allgemeinen Bewertung – Seiten können also verlieren, ohne etwas falsch gemacht zu haben, einfach weil andere Ergebnisse für dieselbe Anfrage nun besser passen. Diese Unterscheidung ist praktisch relevant: Wer nach einem Core-Update »Fehler sucht«, findet oft keine und ändert dann Dinge, die vorher funktioniert haben.

Wie analysiert man den Verlust sauber?

  1. Zeitraum korrekt setzen. Vergleichen Sie die zwei Wochen vor dem 24. März mit den zwei Wochen nach Abschluss des Rollouts – nicht mit dem Vorjahr und nicht mit dem laufenden Monat.
  2. Nach Seitentyp aufteilen. Kategorie-, Produkt-, Ratgeber- und Startseiten getrennt betrachten. Ein Gesamtwert verdeckt fast immer, dass ein Typ deutlich verloren und ein anderer gewonnen hat.
  3. Impressionen von Klicks trennen. Sinken die Impressionen, ist die Sichtbarkeit betroffen. Bleiben sie stabil, während Klicks fallen, hat sich das Suchergebnis verändert – etwa durch mehr generierte Antworten oberhalb der Ergebnisse.
  4. Auf Anfragetypen schauen. Verluste konzentrieren sich häufig auf informationsgetriebene Anfragen, während Marken- und Kaufanfragen stabil bleiben. Das verlangt eine andere Reaktion als ein Verlust bei Produktseiten.
  5. Erst dann handeln – und zwar an den zehn Seiten mit dem größten absoluten Verlust, nicht an den prozentual auffälligsten.

Der zweite Effekt, der oft mit dem Update verwechselt wird

Ein Teil der Klickverluste hat mit Ranking nichts zu tun, sondern mit generierten Antworten im Suchergebnis. Eine Untersuchung des Pew Research Center vom 22. Juli 2025 wertete 68.879 Google-Suchen von 900 US-Erwachsenen aus dem März 2025 aus: Erschien eine KI-Zusammenfassung, klickten Nutzerinnen und Nutzer in 8 Prozent der Fälle auf ein Suchergebnis, ohne Zusammenfassung in 15 Prozent. Auf einen Link innerhalb der Zusammenfassung entfiel 1 Prozent. Google hat der Studie widersprochen und die Methodik als nicht repräsentativ bezeichnet; die Ergebnisse stammen zudem aus den USA und lassen sich nicht ohne Weiteres übertragen.

Für die Analyse ist trotzdem die Konsequenz wichtig: Wenn Impressionen stabil bleiben und die Klickrate sinkt, ist die Ursache eher im Aussehen des Suchergebnisses zu suchen als in der Position. Dann helfen keine neuen Absätze, sondern präzisere Titel, eine Antwort direkt am Textanfang und Inhalte, die über die reine Definition hinausgehen – also alles, was ein Klick noch bringt, wenn die Frage oberhalb bereits beantwortet wurde.

Welche Verbesserungen nach einem Core-Update tatsächlich wirken

Wenn die Analyse abgeschlossen ist, stellt sich die Frage nach der Maßnahme. Sinnvoll sind Eingriffe, die den Nutzen einer Seite für die konkrete Suchabsicht erhöhen – nicht solche, die an Formalia arbeiten.

Was man nach einem Update nicht tun sollte

Drei Reflexe richten regelmäßig Schaden an. Erstens der massenhafte Austausch von Texten: Er macht jede spätere Zuordnung unmöglich und entfernt nebenbei Passagen, die funktioniert haben. Zweitens das Löschen von Seiten mit gesunkenem Traffic, aber vorhandener Nachfrage – sie kommen nach einem späteren Update oft zurück, wenn man sie lässt. Drittens der Wechsel der technischen Grundlage, etwa ein Relaunch, mitten in der Analysephase: Danach lässt sich nicht mehr trennen, was vom Update und was vom Umbau kam.

Sinnvoll ist stattdessen ein schriftliches Änderungsprotokoll: Datum, betroffene Seiten, Art der Änderung. Es kostet Minuten und ist beim nächsten Update die einzige Grundlage, auf der sich Ursache und Wirkung überhaupt diskutieren lassen.

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat

Analyse in Woche eins, Priorisierung in Woche zwei, Umsetzung an höchstens zehn Seiten in den Wochen drei bis sechs, danach vier Wochen nichts. Diese Ruhephase ist der Teil, den fast niemand einhält – und der Grund, warum in vielen Häusern nach jedem Update dieselbe Diskussion ohne Erkenntnisgewinn geführt wird. Ohne Phase ohne Änderungen gibt es keine saubere Messung, und ohne saubere Messung bleibt jede Maßnahme eine Glaubensfrage.

Wann sich der Blick auf Wettbewerber lohnt

Nach einem Core-Update ist die nützlichste externe Beobachtung nicht, wer gewonnen hat, sondern welcher Seitentyp gewonnen hat. Wenn bei Ihren wichtigsten Anfragen jetzt Übersichten, Vergleiche oder Forenbeiträge vorn stehen, wo vorher Herstellerseiten standen, hat sich die Bewertung der Suchabsicht verschoben – und keine Verbesserung an der bestehenden Seite wird das ausgleichen.

In diesem Fall ist die richtige Antwort ein zusätzliches Format, nicht ein besserer Text: ein echter Vergleich mit Kriterien, eine Übersicht mit Auswahlhilfe, eine Seite, die auch die Fälle benennt, in denen das eigene Produkt nicht passt. Solche Inhalte sind aufwendiger, halten aber deutlich länger als kosmetische Überarbeitungen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis sich Verbesserungen nach einem Core-Update zeigen?

Google weist darauf hin, dass eine Erholung nach breiten Bewertungsänderungen typischerweise erst mit einem späteren Update sichtbar wird. Erwarten Sie also keine Wirkung innerhalb weniger Tage – und ändern Sie in der Zwischenzeit nicht laufend weiter, sonst lässt sich später nicht mehr zuordnen, was gewirkt hat.

Schadet KI-generierter Inhalt dem Ranking?

Maßgeblich ist nach Googles eigenen Angaben nicht die Entstehungsweise, sondern der Nutzen für Suchende. Problematisch wird es dort, wo in großem Umfang Inhalte ohne eigenständigen Mehrwert entstehen. Praktisch heißt das: Ein generierter Text, der geprüft, ergänzt und redaktionell verantwortet wird, ist unproblematisch; ein automatisch befüllter Seitenbestand ohne eigene Substanz ist es nicht.

Sollte ich verlorene Seiten löschen?

Selten. Löschen ist sinnvoll bei Seiten ohne Zweck, doppelten Inhalten und veralteten Aktionsseiten. Bei Seiten, die inhaltlich berechtigt sind, aber verloren haben, ist Zusammenlegen meist besser als Löschen: Aus drei dünnen Beiträgen zu einem Thema wird ein belastbarer, und die interne Verlinkung wird dabei gleich mit aufgeräumt.

Wer im April ruhig analysiert, statt sofort zu handeln, ist im Vorteil: Bis zum nächsten größeren Update bleibt genug Zeit, um zwei oder drei substanzielle Verbesserungen vorzunehmen – und um sie so zu dokumentieren, dass ihre Wirkung später überhaupt zuzuordnen ist.

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